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Arte-Schwerpunkt 60 Jahre Filmfestival Cannes: Arte zeigt den Spielfilm ‘’ CLEAN ’’ Ausstrahlung bei ARTE am Donnerstag, den 17.05.2007 um 20.40 Uhr.
In diesem Spielfilm habe ich der Hauptdarstellerin Maggie Cheung meine deutsche Stimme geliehen. Maggie Cheung bekam für die Rolle der Emily 2004 in Cannes die Goldene Palme als beste Darstellerin.
Emily (Maggie Cheung), die heroinsüchtige Rocksängerin, muss in Kanada für 6 Monate ins Gefängnis, nachdem ihr Mann, Lee, Gitarrist der gemeinsamen Band, an einer Überdosis stirbt. In Paris kommt Emily beruflich bei Verwandten unter. Nur, wenn sie das Sorgerecht für ihren 8-jährigen Sohn zurückgewinnt, der mit Lees Eltern (Nick Nolte als ‘’Albrecht’’) in London weilt, kann sie ein neues Leben beginnen . Doch dafür muss Emily erst ‘’clean’’ werden.
Schon einmal war Maggie Cheung Hauptdarstellerin in einem Olivier-Assayas-Film: ‘’Irma Vep’’. In dieser Hommage an einen französischen Vampir-Stummfilm der 20er Jahre spielt die in England aufgewachsene Hongkong-Chinesin eine Schauspielerin, die in einem Film einen Vampir verkörpern soll. Stilisierte Frauen hat Maggie Cheung in ihrem Leben, vor allem im Hongkong-Kino, zum Beispiel bei Wong Kar-Wei (‘’In the Mood for Love’’), zur Genüge gespielt, dachte sich Assayas und schrieb seiner ehemaligen Lebensgefährtin eine Rolle auf den Leib, die mehr ihrer lebendigen, spontanen, nervösen Vorstellung vom Kino entsprach. ‘’Clean’’ beginnt als kaputter Roadmovie und als Abgesang auf die avantgardistische Rockmusik der 80er Jahre und die darin ausgedrückten Ideale von Selbstverwirklichung und Freiheit, die immer auch an Drogenexzesse gekoppelt waren. Jetzt, 20 Jahre später, hat diese Extremerfahrung bei den Beteiligten schmerzliche Spuren hinterlassen. Auch aus Emily ist leider weniger eine ernst zu nehmende Sängerin, sondern ein heroinsüchtiges Rockgroupie geworden, die ihr wildes Leben im Schatten eines anerkannten Musikers mit Selbstzweifeln und Paranoia bezahlt. Der plötzliche Tod ihre Mannes lässt ihr Leben endgültig einstürzen und ist doch zugleich die einzige Chance, der Droge doch noch zu entrinnen.
Nun beginnt der zweite, in Paris spielende Teil von ‘’Clean“ die polyglotte, mehrsprachige Emily kehrt an die Seine zurück, wo sie zwei alten Freundinnen, Irene (Jeanne Balibar) und Elena (Beatrice Dalle) wieder begegnet. Die drei Frauen ziehen Bilanz. Während aus Irene eine beruflich erfolgreiche Zynikerin geworden ist, nimmt sich Elena, die Überlebenskünstlerin, ihrer an. Emily, immer noch auf Drogen (Methadon), findet nur langsam ins Leben zurück. Denn zuerst muss sie begreifen, dass im heutigen Musikgeschäft kein Platz mehr für sie ist. Nur ihr Sohn, begreift Emily, bietet ihr eine Zukunftschance. Mehr und mehr mutiert ‘’Clean’’ zum anrührenden Familienwiedervereinigungsdrama, die dritte Komponente in Assayas Film. Darin gibt Nick Nolte den emotional großzügigen Schwiegervater, der - Drogensucht hin oder her - weiß, dass sein Enkel eine Mutter braucht. Bis dahin ist es noch ein längerer Weg, aber die Transformation Emilys verläuft schließlich nach diversen Rückschlägen erfolgreich. Keine großen inhaltlichen oder formalen Überraschungen also hat der Film zu bieten, sondern eher einen sehr amerikanischen, wenn auch emotional kühleren Erzählverlauf mit dem dazugehörigen Menschheitsideal: ‘’Veränderung ist möglich, wenn du nur an dich glaubst’’.
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